Zum 5. Todestag von Rolf Liebig | „Anderen die Möglichkeit geben, sich zu freuen“

Am 29. Juli 2014 ist Rolf Liebig gestorben. Morgen wird das genau fünf Jahre her sein. Hier holen wir unsere Danksagung an Rolf noch einmal vor. Denn Rolf, seine Geschichte und was er für den TTC Elbe geleistet hatte, sollten allen Elbe-Mitgliedern bekannt sein.

Mit 94 Jahren ist am Dienstag dieser Woche Rolf Liebig verstorben. Damit ist ein Teil unseres Vereins von uns gegangen. Rolfs Durchhaltevermögen und sein Einsatz haben Elbe viele Jahrzehnte getragen und entscheidend geprägt. Nun ist Rolf leider nach einer Krankheit gestorben, hinterlässt aber einerseits mit dem TTC Elbe Dresden ein großartiges Zeugnis seines Lebens und andererseits für viele ein Vorbild, wenn es um den Einsatz für Andere geht.

„Lass dich nicht verdrießen“ – jeder Schüler, jeder Jugendlicher und jeder Erwachsener, der bei Elbe angefangen und eine Weile im Verein verbracht hat, konnte früher oder später diesen Satz von Rolf hören. Es war sozusagen sein Satz. Er wusste, dass man auch verlieren kann, dass man nicht immer gewinnen kann – solange man es versuchte und das eigene beste Tischtennis spielte, war er zufrieden und brachte das auch zum Ausdruck.

Selber war er nie der größte und beste Tischtennisspieler. Mit Anfang seiner „Laufbahn“ war er schon Dreißig und kam vom Tennis. Da war der TTC – damals noch BSG Einheit Elbe – gerade ein Jahr alt. Seit diesem Tag sollte Rolf den Verein maßgeblich prägen und führen. Auch wenn er nie Vorsitzender war, sondern das immer anderen überließ, war doch er es, der die Arbeit erledigte und den Verein auf Kurs und ihn „gesund“ hielt. Darauf war er besonders stolz. Und das mit Recht. Wenn man bedenkt, was in all den Jahren passierte, ist es eine mehr als beachtliche Leistung.

Dabei war Rolf nicht nur für den TTC Elbe da, sondern auch für den gesamten sächsischen Tischtennissport. Von ’54 bis ’91 etwa arbeitete er im Stadtverband Dresden mit und betreute außerdem die Ranglisten.

Bis ins hohe Alter, weit über 80, stellte sich Rolf noch an den Tisch und nahm an Punktspielen teil. Es war für ihn eine Freude. Dabei entstanden viele kleine Anekdoten, die hoffentlich auch noch die übernächste Generation erzählen werden. Zum Beispiel als Rolf seinen Schläger kurzerhand mit Edding anmalen ließ, weil sich jemand in den Kreisklassen beschwerte, dass dieser grün sei.

Mit eben jenem Schläger stellte Rolf viele neue Schüler und Jugendliche zumeist vor das erste Hindernis in ihrem Tischtennisleben, das es erst einmal zu überwinden galt. Das Motto von Rolf – ganz der Mathelehrer – „Du musst immer zwei Fehler weniger machen, als der Gegner“, spielte dabei eine nicht unwesentliche Rolle.

Legendär wird auch immer das Statistikarchiv bleiben, das Rolf angelegt hat. So viele Daten, so viele interessante Fakten, so viele Vergleiche – und das alles in der Vor-Computer/Internet-Ära. Es ist gefühlt schon ein Lebenswerk alle diese Daten zu digitalisieren. Da kann man sich eine kleine Idee davon machen, was es Rolf für Arbeit gekostet hat. Er selbst meinte, dass er gar nicht wüsste, wo er manchmal die Zeit hergenommen habe.

Wir sind unendlich dankbar, dass Rolf all die Dinge gemacht hat, die er gemacht hat. Dass er den Verein aufgebaut und ausgebaut hat. Dass er ihn auch in schwierigen Zeiten getragen und immer beispiellos vorangegangen ist. Dass er besonders in der Jugendarbeit immer für die Jungen und Kleinen da war. Dass er der Verein war und ist. Jede Auszeichnung – wie den Goldenen Tischtennisschläger, die Ehrennadel in Gold oder die Ehrenurkunde der Oberbürgermeisterin für besondere Verdienste im Sport – hat er sich durch sein Schaffen und sein Lebenswerk mehr als verdient.

Was Rolf all die Zeit antrieb, hat er in einem mehrstündigen Interview gesagt, das damals im Vorfeld zu unserer 60-Jahr-Feier geführt wurde. Er meinte, wenn er eines Tages keinen Spaß mehr an der Sache gehabt hätte, wäre es für ihn vorbei gewesen. Dann hätte er sich zurückgezogen. So war es nur die Entwicklung der Technik, die ihn ein bisschen eher kürzer treten ließ.

Aber er hat nicht nur einen Grundstein gelegt, sondern ein ganzes Haus gebaut für den TTC Elbe Dresden. Ein Haus, das wir nun weiter füllen.

Es ist schön zu wissen, dass Rolf noch die größten sportlichen Erfolge des Vereins miterleben konnte, wie den Aufstieg der 1. Herren in die Sachsenliga. Und dass er unser 60-jähriges Jubiläum mit uns allen feiern konnte, bei dem der Film auch eine Hommage an ihn und seine fantastische Arbeit über all die Jahrzehnte sein sollte.

Rolfs Antrieb war noch etwas anderes, was er auch in dem Interview verriet. Etwas, dass nun auch das genannte „Haus“ darstellt, etwas das nun im Prinzip die Grundfesten des Vereins ausmacht, weil es viele von Rolf übernommen haben, nachdem wir sehen konnten, wie er es uns vorgelebt hat. Es ist:

„Anderen Freude zu bereiten. Anderen die Möglichkeit zu geben, sich zu freuen. Sport zu treiben. Spaß daran zu haben.“

Das ist Rolf. Das ist die Seele, die den TTC Elbe Dresden heute ausmacht.

Rolf, vielen Dank für alles. Wir trauern um dich und uns wird dein  Engagement fehlen. Aber du hast etwas Großartiges hinterlassen. Einen Verein, dessen Seele du maßgeblich geprägt hast. Deswegen wirst du nicht vergessen werden. Der TTC Elbe Dresden lebt.

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