Training, Training, Training [Videos]

Es ist warm, die Sonne scheint, es ist Sommer. Man möchte am liebsten dauerhaft im kühlen Wasser abtauchen, erfrischende Getränke zu sich nehmen, abschalten, Urlaub machen, entspannen.

Die perfekte Zeit für Training. Nie wird man sonst die Chance haben so ungestört seine Übungen zu spielen, nie wird man sonst die Chance haben, nach dem Training schweißgebadet glücklich auf die Bank zu sinken, weil man weiß, wieder einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. Drum hier ein paar Trainingstipps bzw. wo man sie herbekommt, von mir, gänzlich unprofessionell, aber voller gutem Willen.

Seitdem die Sommerpause begonnen hat, konnte unsere Halle sich deutlich entspannen. Der Zulauf zum Training hat sich stark verringert, die Kapazitäten werden kaum ausgenutzt, ab spätestens 20 / 21 Uhr ist so gut wie gar nichts mehr los. Beste Möglichkeiten also sich auf die neue Saison vorzubereiten. Man kann problemlos mal ein Stündchen mit jemanden durchtrainieren, Übungen spielen und intensiv an seinen Schwächen arbeiten oder diese überhaupt erst mal rausfinden. Und wenn man Lust hat, kann man auch endlich mal, ganz in Ruhe, Aufschlagtraining machen, weil man niemanden die Platte wegnimmt. So kann man dann schon mal am Ende des Trainings bequem 20, 30 Minuten lang, Bälle reihenweise (ver)schlagen – aber irgendwann wird’s besser.

Überhaupt, Aufschlagtraining wird deutlich unterschätzt. Gute Aufschläge können einen locker mal ein, zwei Ligen höher spielen lassen. Aber wenn man sie nicht trainiert, wird’s nichts. Drum einfach jedes Training die Moral aufbringen und sich hinstellen und Aufschläge üben. Dabei sollte man aber von vornherein immer sich klar sein, dass es eine lange Weile dauern wird, bis der Aufschlag wirklich besser ist. Da können schon einmal Monate ins Land ziehen. Wenn man sich einen komplett neuen Aufschlag aneignen möchte, dann ist es nicht ganz unüblich, wenn man bei einer 50er-Serie 40 mal am Ball vorbei schlägt. Geduld und Ausdauer sind hier wichtig.

Fängt man einmal an, sollte man sich überlegen, was für einen Aufschlag wichtig ist:

1. Rotation

2. Platzierung

3. Geschwindigkeit

Rotation sollte man sich überlegen ob Unter-, Seiten- oder Oberschnitt im Aufschlag sein soll. Das hängt sicherlich auch vom Typ des Spiels ab, das man selber bevorzugt. Entscheidend bei der Rotationserzeugung ist dabei immer das Handgelenk. Wenn man das „schnippsen“ lässt, dann man sehr viel Spin erzeugen. Möchte man einen Unterschnittaufschlag trainieren, kann es aber noch nicht so gut, dann beginnt man „klein“. Ruhig weit hinter den Tisch stellen und den Ball so spielen, dass er zu einem zurück springt. Wenn das klappt, kann man näher an den Tisch, bis man irgendwann bei der eigentlichen Aufschlagbewegung ist.

Platzierung ist wichtig – auch hier gilt, taktisch kluge Aufschläge eröffnen einem ganz andere Möglichkeiten als unüberlegte. Ein kurzer Aufschlag in die Vorhand etwa, holt eine_n Gegner_in nah an den Tisch. Langer Schupf oder Topspin bringt dann automatisch Probleme. Zu trainieren ist die Platzierung ganz einfach – man nehme ein Blatt Papier, lege es auf die Stelle des Tisches, wo man gerne den Aufschlag hinplatzieren möchte und schon hat man eine gute Kontrolle.

Geschwindigkeit ist der Schlüssel bei einem schnellen Aufschlag (natürlich gemeinsam mit der Platzierung! – ab auf den Ellenbogen bspw.). Ist der Aufschlag nicht schnell genug, bekommt man ihn um die Ohren und der Punkt ist gelaufen. Ist er aber wirklich schnell, dann kann man damit entweder direkte Punkte machen oder relativ bequem danach mit einem Topspin nachgehen.

Die Variationsmöglichkeiten beim Aufschlag sind sehr vielfältig. Als kleines Beispiel – allein schon wie hoch man den Ball anwirft, kann verschiedene Aufschlagvarianten ergeben. Oder etwa wie schnell man eine Aufschlagbewegung ausführt. Hier kann man Ovtcharov nennen, der bei seinem Rückhandaufschlag, diesen einmal schnell ausführt und einmal sich sehr viel Zeit lässt, wenn er in der Hocke ist. Da der Gegner sich darauf einstellen muss, ist das quasi wie zwei Aufschläge.

Man muss einfach zusehen, dass man sich die für sein Spiel passenden Aufschläge raus sucht und dann intensiv trainiert.

Hier ein paar Videobeispiele mit Christian Süß, wie Aufschläge funktionieren:

Kurzer Aufschlag

Aufschlag mit und ohne Unterschnitt

Gegenläuferaufschlag

Schneller Aufschlag

 

Und um vielleicht ein bisschen die Motivation und Lust aufs Tischtennisspielen wieder anzuregen, es gibt zwei neue Videos von mir 🙂

Majestic Table Tennis [The Host of Table Tennis]

Story of a Match – Timo Boll vs. Ma Long WTTC 2013

 

Abschließend: das war ein erster kleiner Einblick (diesmal nur zum Aufschlag, sonst wird’s zu ausufernd 😉 ) ins wie, wo, was, warum, weshalb des Tischtennistrainings. Ich vermute, dass ich nicht alles beim Aufschlag abgedeckt habe, dass einiges vielleicht unklar ist, nicht ausreichend erklärt etc. Bei Fragen gibt’s mich ja aber auch immer noch live und in Farbe 🙂 Wie eigentlich fast die komplette 3. Mannschaft bin ich regelmäßig beim Training und schwitze bei diesen Temperaturen sehr gerne bei uns in der Halle 🙂

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